Stardew Valley für die Nintendo Switch

Zimtschnecke 22. Oktober 2017

Am 05. Oktober 2017 erschien Stardew Valley nach bereits veröffentlichten Ports für Windows, OS X, Linux, Playstation 4 und Xbox One nun auch für die Nintendo Switch. Nach der ersten großen Erfolgswelle des Spiels im letzten Jahr, warteten viele Spieler mit Hochspannung auf den Release. Nicht zuletzt auch wegen des bereits für Anfang 2018 angekündigten Updates für den Multiplayer. Dazu aber später mehr.

Für alle, die noch nicht wissen, worum es sich bei Stardew Valley handelt, noch einmal ein kleiner Überblick, bevor wir uns detaillierter mit dem Spiel und auch der Switchversion auseinandersetzen.

 

Was ist Stardew Valley?

Stardew Valley lässt sich in die Kategorien Indiegame, Farmingsimulation und auch RPG einordnen und wurde innerhalb von vier Jahren von nur einem Mann, Eric „ConcernedApe“ Barone, entwickelt und von Chucklefish veröffentlicht. Es erschien erstmals im Februar 2016 und ist im Prinzip ein Endlosgame. Der Spieler erstellt seinen Charakter nach seinen Wünschen und gibt auch bereits zu Beginn einige spätere Spielinhalte vor, wie zB den Namen der Farm, ob er Hunde oder Katzen bevorzugt oder was er/sie besonders mag.

Die Story ist einfach erklärt. Der Charakter ist vom tristen Büroalltag in der Großstadt erschöpft und sehnt sich nach Ruhe. Da trifft es sich gut, dass der Großvater ihm eine Farm im schönen Stardew Valley (übersetzt Sternentautal), gleich neben dem kleinen Örtchen Pelikanstadt vermacht hat. Er macht sich also auf, zieht auf der Farm ein und versucht sich dort durch zu schlagen und die Farm wieder auf Vordermann zu bringen. Man pflanzt verschiedene Nutzpflanzen an, sammelt Materialien wie Holz und Stein, lässt das Haus verbessern oder Ställe bauen, geht in die Mine um zB Erze zur Verbesserung der Werkzeuge zu sammeln und freundet sich natürlich auch mit den neuen Nachbarn an. Das Spiel bietet also wahnsinnig viele Möglichkeiten, um nur einige wenige davon zu nennen.

Doch schauen wir uns einige Inhalte etwas genauer an.

 

 

 

Gute und weniger gute Inhalte

In Summe machte Eric Barone bei der Entwicklung vieles richtig. Stardew Valley bietet mit seinen vielfältigen Inhalten Spielspaß für viele Stunden und man entwickelt bereits nach nur wenigen Minuten eine Art „Nur noch ein Tag“ – Gefühl. Jeder, der es schon einmal gespielt hat, wird dieses Gefühl sicherlich kennen. Wirklich negative Punkte gibt es im Grunde nicht, die wenigen Dinge, die man anmerken kann, sind im Grunde nur „Jammern auf hohem Niveau“. Aber gehen wir der Reihe nach vor und beginnen erst einmal bei einigen besonders hervorzuhebenden Inhalten.

Positiv

Mit dem Update 1.1, das am 03. Oktober 2016 released wurde, wurden dem Spiel vier weitere Hoftypen hinzugefügt. Diese haben unterschiedliche Layouts und verschiedene Vorteile für den Spieler. Während der Standardhof am Besten für das Anpflanzen geeignet ist, fördern die anderen Typen jeweils einen anderen Spielinhalt, welche in folgender Auflistung in den Klammern genannt werden. Es gibt folgende Hofarten:

Flussbett-Hof (Fischen)
Wald-Hof (Sammeln)
Bergspitzen-Hof (Bergbau)
Wildnis-Hof (Kampf)

Des Weiteren kann man nicht anders, als das einfach nur als süß zu bezeichnende Design des Spiels hervor zu heben. Die Charaktere, die Tiere und die Natur sind absolut niedlich gestaltet und heben die Idylle, die das Sternentautal in der Story vermitteln soll, auch optisch für den Spieler selbst hervor. Dazu trägt auch der stimmige Soundtrack bei, der ebenfalls komplett von Eric Barone entwickelt wurde, ebenso wie alle Grafiken und Soundeffekte.

Neutral

Es gibt einige Spielinhalte, die vielleicht nicht ganz glücklich gelöst wurden oder den Spieler zu Beginn noch etwas verwirren können, auch wenn sie dem Spielspaß keinen Abbruch tun. Dazu zählt zum Beispiel der Zeitfortschritt der Ingamestunden, an den man sich erst gewöhnen muss. In vielen Momenten ist dieser absolut stimmig und passend, doch wem ist es nicht schon passiert, dass er nachts nach einem kurzen Abstecher in die Mine die Zeit aus den Augen verlor und auf dem Rückweg nach Hause in Ohnmacht fiel, weil er es nicht vor zwei Uhr nachts ins Bett schaffte?

Im Übrigen kann auch die Einteilung der vier Jahreszeiten in je nur 28 Tage zu Beginn verwirrend sein. Es gibt keine einzelnen Monate, lediglich Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dies kann zu Spielbeginn im ersten Jahr Frühling dazu führen, dass man die Wachstumszeiten der einzelnen Pflanzen falsch einschätzt, ist aber natürlich nach den ersten 28 Tagen kein Problem mehr.

Ein weiterer Punkt, der manchmal etwas ärgerlich sein kann, ist das Fehlen einer Liste der für die Haus- und Hofgebäudeupgrades benötigten Materialien. Man muss dazu zum entsprechenden Shop laufen und vor Ort nachsehen, wie viel man braucht und sich die Menge merken. Beim zurück laufen mit der benötigten Menge kann es vorkommen, dass man den Ladenschluss verpasst und dann bis zum nächsten Tag warten muss. Natürlich ist das jedoch Meckern auf hohem Niveau und eigentlich auch nachvollziehbar, warum diese Mechanik gewählt wurde. Wird man doch durch die vermehrten Besuche in den Läden der Stadt stets daran erinnert, die sozialen Kontakte zu den Nachbarn zu pflegen.

Negativ

Doch wo wir schon einmal bei sozialen Kontakten sind, muss dabei doch eine Sache erwähnt werden, die vielleicht anders hätte gelöst werden können. Um Freundschaften mit Nachbarn zu schließen oder sich sogar einen späteren Ehepartner zu angeln, gibt es nur eine Option: Man muss die NPCs mit Geschenken bestechen. Natürlich ist es spannend heraus zu finden welcher NPC welche Geschenke am liebsten mag, doch wäre es schön, wenn man daneben auch andere Möglichkeiten der Interaktion hätte, um Freundschaften voran zu treiben.

Dasselbe könnte man auch bei den Haustieren anmerken. Durch die zu Beginn des Spiels getroffene Aussage, ob man Hunde oder Katzen lieber mag, wird entschieden, welches Haustier der Spieler später bekommt. Doch so niedlich die Tierchen auch sind, mehr Interaktion als einmal am Tag zu streicheln bieten sie nicht. Warum kann man zB seinem Hund nicht ein oder zwei Tricks beibringen? Es wäre auf jeden Fall ein nettes Feature, wenn der Hund alle paar Tage mit einem Ast im Maul vor der Tür sitzt.

Eine weitere Sache, die viele Spieler etwas schade finden, ist das Fehlen einer manuellen Speichermöglichkeit. Es gibt lediglich den Autosafe, der jede Nacht nach dem Schlafengehen stattfindet. Im Übrigen dauert dieser bei der Switchversion einige Momente länger als bisher gewohnt, teils wartet man bis zu 30 Sekunden. Hier müsste auf jeden Fall noch einmal nachgebessert werden.

 

 

Steuerung

Diese ist bei der Switchversion mit Controller sehr einfach und intuitiv. Man muss lediglich einmal „lernen“ mit welchen Knöpfen man die verschiedenen Funktionen und Menüs bedienen kann. Anders als bei der PC-Version, bei der alles per Mausklick und WASD-Steuerung funktioniert, ist hier zB das Questmenü mit der Minustaste oder das Hauptmenü mit der Plustaste aufzurufen. Mit der X-Taste kommt man direkt ins Herstellungsmenü und mit der Y-Taste kann man einzelne Gegenstände eines Stacks aufteilen. Mit den unteren Schultertasten wechselt man die Auswahl des aktuellen Inventarplatzes, mit den oberen Schultertasten die verschiedenen Inventarleisten sobald man einen oder beide Rucksäcke erworben hat. Aber keine Angst, das klingt vielleicht anfangs alles kompliziert, aber im Grunde hat man das alles schnell verinnerlicht.

 

Multiplayer

Wie anfangs erwähnt, wurde bereits für Anfang 2018 der Multiplayer für die PC- und Switchversionen angekündigt. Leider gibt es noch keine genaueren Informationen darüber, wann genau er erscheinen soll oder wie er aussehen wird. Man weiß also noch nicht, ob es „nur“ ein lokaler Multiplayer sein wird, oder wir auch online miteinander spielen können. Interessant wird auf jeden Fall, ob man gemeinsam auf einer Farm arbeiten wird, oder ob man parallel zwei Farmen voran bringen soll. Beide Varianten hätten natürlich ihre Vor- und Nachteile. Des Weiteren hoffen viele Spieler darauf, dass der Multiplayer, sollte er online sein, vor allem auch plattformübergreifend sein wird. Wir sind jedenfalls gespannt und werden versuchen euch hier auf dem Laufenden zu halten.

 

Fazit

Letztendlich kann man Eric Barone nur ein großes Lob aussprechen und den Hut vor ihm ziehen. Stardew Valley ist ein absolut großartiges Spiel mit Suchtcharakter. Die Gestaltung und die spürbare Liebe zum Detail begeistern in jeder einzelnen Spielminute. Auch wenn es vielleicht noch kleinere Kritikpunkte gibt, sind diese doch wie bereits gesagt nur Meckern auf hohem Niveau und schränken den Spielspaß in keinster Weise ein. Daher gibt es von unserer Seite für Stardew Valley, egal welche Version, eine absolute Kaufempfehlung.